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Kategorie: Gesundheit


In unserer Mundhöhle tummeln sich unzählige Mikroben und Bakterien. Eine sorgfältige Mundhygiene ist deshalb unerlässlich für die Zahngesundheit und unseren gesamten Organismus.



Die Advents- und Weihnachtszeit steht bevor und mit ihr eine Zeit geballter süsser Verlockungen. Das verführerische Naschwerk ist ein Gaumenfest für Gross und Klein, aber auch für die Bakterien in unserer Mundhöhle. Was also tun? Die gute Nachricht vorab: Es muss nicht auf Verzicht herauslaufen. Doch schauen wir uns zunächst genauer an, was sich da in unserem Mund so tummelt.


Zur sogenannten Mundflora zählen sämtliche Mikroorganismen, die sich natürlicherweise in unserem Mundraum befinden. Sind nützliche und schädliche Bakterien nicht mehr im Gleichgewicht, führt dies zu Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Aus einer Zahnfleischentzündung, der Gingivitis, kann eine Parodontitis, die Zahnbettentzündung, werden. Im schlimmsten Fall führt sie zu Zahnausfall. Zudem entlassen solche Entzündungsherde auch immer wieder Bakterien in den Blutstrom.


Und das kann gefährlich sein. Die richtige Pflege der Mundflora kann das verhindern. Sie ist so wichtig, weil das feucht-warme Milieu im Mundraum eine wahre Brutstätte für pathogene Bakterien ist. Diese ernähren sich vorrangig von zuckerhaltigen Speisen. Dabei verstoffwechseln sie auf den Zähnen anhaftenden Zucker zu schädigenden Säuren, etwa zu Milch-, Butter- und Essigsäure. Des Weiteren gibt es sogenannte Karieserreger. Als besonders gefährlich gilt das Bakterium Streptococcus mutans. Es gehört nicht zur normalen Bakterienflora der Mundhöhle, sondern wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Karieserreger Oralstreptokokken wiederum lösen nicht nur Zahnkaries aus, sondern können auch Erkrankungen bis hin zur Herzklappenentzündung verursachen. Im Schnitt dauert es vier bis acht Jahre, bis Karies das Zahninnere erreicht. Bei Entzündungen des Zahnbettes, können die Bakterien über das Blut in den Körper wandern und das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen erhöhen.


Doch all das muss nicht sein. Unsere Ernährungs- und Putzgewohnheiten haben einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit unserer Zähne und des Körpers. «natürlich» liefert Tipps für eine sanfte und nachhaltige Mundhygiene.


«Wenn die Zahnschmerzen anfangen, vergeht der Kopfschmerz sofort.»

Ran an die Zahnzwischenräume


Die Zahnzwischenräume machen einen nicht unerheblichen Anteil der Gesamtoberfläche eines Zahnes aus. Dennoch werden sie oft vernachlässigt. Dabei gehört die Verwendung von Zahnseide zu den effektivsten Massnahmen gegen Karies und Zahnstein. Man sollte sie abends anwenden.


Zahnseide aus echter Seide ist eine biologisch abbaubare Alternative zu Nylonzahnseide. Eine vegane Alternative ist Zahnseide aus dem Biokunststoff PLA, der Polymilchsäure. Sie wird aus Pflanzenstärke gewonnen, z. B. aus Mais oder Kartoffeln. Einige Anbieter haben auch Interdentalbürsten

aus PLA im Sortiment. Ein weiterer Aspekt bei nachhaltiger und ökologischer Zahnseide und Interdentalbürsten: Ihre Verpackungen sind meist aus Glas, Pappe oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Interdentalbürsten aus Bambus sind ein weiteres nachhaltiges Zahnpflegeprodukt. Wobei

zumeist nur der Griff aus Bambus ist, der Borstenkopf jedoch oftmals aus Nylon besteht, in der Regel aber zumindest frei von Bisphenol A (BPA) ist. Diese synthetische Verbindung wurde im Januar 2018 wegen seiner schädigenden Wirkung auf das Hormonsystem in die Liste der besonders besorgniserregenden Stoffe aufgenommen.


Mundspülungen zerstören Bakterien


Bei akuten Entzündungen des Zahnfleisches können medizinische, antibakteriell wirkende Mundwasser sinnvoll sein. Von einer langfristigen Anwendung ist indes abzuraten, denn sie können auch nützliche Bakterien zerstören. Milder wirken Mundspülungen mit Kamille, Pfefferminze, Teebaumöl oder Myrrhe. Interessant ist auch Salbeitee: Er wirkt antibakteriell, verhindert schädliche Beläge und stärkt zudem das Zahnfleisch. Das beliebte Küchen- und Heilkraut Rosmarin wiederum kann akute Beschwerden

lindern. Kauen Sie einige Minuten auf frischen Rosmarinblättern oder spülen Sie die Mundhöhle mit starkem Rosmarintee. Spülungen mit einem Aufguss aus Gewürznelken ist ebenfalls ein bewährtes natürliches Hausmittel. Gewürznelken können auch Zahnschmerzen lindern: Sie betäuben örtlich, stillen so die Schmerzen und wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Kauen oder lutschen Sie dazu ein oder zwei Gewürznelken.


 

Selbst hergestellte Mundspülung


1 TL Natron und 20 g Xylit (Birkenzucker) in 250 ml lauwarmen Wasser auflösen, 5 Tropfen ätherisches Minzöl dazugeben, kräftig schütteln. Nach dem Zähneputzen gründlich damit spülen.




Die richtige Zahnputz-Technik


Die BASS-Methode


Benannt nach dem US-amerikanischen Zahnarzt Charles Bass basiert die Methode auf kleinen, fast auf der Stelle rüttelnden Bewegungen. Sie ist eine der gängigsten Methoden. Ihr Vorteil: Gründliche Reinigung von Zähnen und Zahnzwischenräumen. Jeden Zahn von jeder Seite zu reinigen, ist dabei entscheidend.


Bei der modifizierten Bass-Methode werden die Zähne in kreisförmigen Bewegungen gereinigt. Setzen Sie dazu die Zahnbürste an Aussenseiten der Zahnoberflächen im unteren Bereich der Zahnkrone im 45-Grad-Winkel an. Wichtig: Ein Teil der Bürsten liegt dabei auf dem Zahnfleisch; rütteln oder kreisen Sie mit der Zahnbürste gegen das Zahnfleisch, dann nach unten ausstreichen. Wiederholen Sie die Bewegungen zehn bis fünfzehn Mal. Mit dieser Technik kann Plaque gründlich entfernt werden und zugleich wird das Zahnfleisch massiert. Putzen Sie dann die Kauflächen mit kleinen kreisenden Bewegungen. Die Bass-Methode empfiehlt sich auch bei entzündetem Zahnfleisch und erkranktem Zahnhalteapparat.


Die Borsten der Zahnbürste sollten weich bis mittelhart und abgerundet sein und nach jedem Putzvorgang desinfizieren werden. Dazu eignen sich eine 3%-ige Wasserstoffperoxidlösung oder Bio-Grapefruitkernextrakt. Letzterer wirkt als natürliches Antibiotikum. Anwendung: Geben Sie 1–2 Tropfen in einen mit wenig Wasser gefüllten Zahnputzbecher und lassen Sie die Bürste darin gut fünf Minuten stehen. Anschliessend gründlich abspülen und zum Trocknen aufrecht hinstellen.


Wichtig: In der Nahrung enthaltende Bakterien greifen den Zahnschmelz an. Wer unmittelbar nach dem Essen mit dem Zähneputzen loslegt, kann den Schmelz deshalb beschädigen. Deshalb sollte man nach Mahlzeiten 30 bis 60 Minuten warten mit der Zahnreinigung.






Zahnbürsten aus Bambus, ab Fr. 5.90 brack.ch





 


Frischer Atem


Das Kauen von Gewürzsamen wirkt gegen Mundgeruch. Dazu 2 Teile Anis, 2 Teile Fenchel, 1 Teil Kümmel und 1 Teil Koriander mischen und in eine Dose füllen. Einige Samen nach den Mahlzeiten oder zwischendurch gut kauen.


Miswak, das Zahnputzholz


Die nachwachsende und vollständig kompostierbare Zahnbürste aus den jungen Zweigen des sogenannten «Zahnbürstenbaums», botanisch: Salvadora persica, wird traditionell von Afrika bis Indien angewendet und erfreut sich auch in westlichen Breiten zunehmender Beliebtheit. Die Pflanze ist reich an Mineralien, Rohfasern, Proteinen und keimhemmenden Substanzen. Die Hölzer enthalten darüber hinaus einen hohen Fluoridanteil.


Anwendung: Kauen Sie ein Ende weich, bis ein «Bürstchen» ausfranst. Mit Wasser anfeuchten und die Zähne einzeln damit bürsten. Dann mit leichtem Druck über das Zahnfleisch streichen. Bei regelmässiger Anwendung festigt die adstringierende Wirkung der enthaltenen Gerbstoffe das Zahnfleisch. Das Zahnputzholz besitzt zudem antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften, die gegen Zahnfleischentzündungen wirken.


Zahnpasta-Rezepturen zum selber machen


1. Aloe Vera und Pfefferminz-Paste


Mahlen Sie so viele frische oder getrocknete Pfefferminzblätter, bis eine halbe Tasse gefüllt ist und geben Sie gemahlenen Blätter in eine Schüssel. Geben Sie dieselbe Menge fein gemahlenes Kristallsalz hinzu, zudem einige Tropfen eines als therapeutisch eingestuften Bio-Pfefferminzöls sowie eines reinen Bio-Aloe-Vera-Gels (ohne Zusatzstoffe).


Pfefferminze wirkt antibiotisch, infektions- und entzündungshemmend, antimikrobiell, antiparasitär, antiseptisch, adstringierend und stimulierend. Aloe Vera wirkt ebenfalls gegen pathogene Bakterien und Pilze; die enthaltenen entzündungshemmenden Anthrachimone unterstützen zudem den Heilungsprozess, etwa bei Aphten und Schleimhautentzündung, und lindern Schmerzen. Das Kristallsalz regt das Wachstum nützlicher Bakterienkulturen an und fördert so die Wiederherstellung einer gesunden Mundflora.


2. Zimt, Nelken und Rotes Palmöl


Mischen Sie eine halbe Tasse Zimtpulver mit der gleichen Menge fein vermahlenem Himalayasalz. Geben Sie 8 bis 10 Tropfen eines als therapeutisch klassifizierten ätherischen Bio-Nelkenknospenöls hinzu. Rühren Sie dann so lange kaltgepresstes, biologisch angebautes Rotes Palmöl in die Masse, bis eine Paste entsteht.


Zimt wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzstillend. Nelkenknospenöl wirkt antimykotisch, antimikrobiell und antiviral. Kombiniert mit Zimt werden seine gesundheitsfördenden Eigenschaften verstärkt. Rotes Palmöl enthält, neben einer ausgezeichneten Fettsäure-Zusammensetzung, phytosterole Flavonoide, Phenolsäuren, Glycolipide, Vitamin K, Q-10 und Squalen. Ausserdem ist das Öl eine hervorragende Vitamin E-Quelle. Zahnfleisch und Zähne schützt es vor freien Radikalen.


3. Kokosöl und Pfefferminze


120 ml Kokosöl erwärmen, zwei bis drei Teelöffel Xylith (Birkenzucker) einrühren und bis zu fünfzehn Tropfen ätherisches Pfefferminzöl hinzugeben. Kokosöl bekämpft Keime, Bakterien und Viren und verringert so das Risiko von Zahnbelag, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen. Xylit hemmt den Stoffwechsel schädlicher Bakterien und reduziert die Bildung von Biofilmen auf der Zahnoberfläche.



Multitalent | Aloe Vera wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.


Ölziehen


Über Nacht vermehren sich im Mundraum Bakterien und Keime. Sie lassen sich bei der morgendlichen Mundhygiene – idealerweise vor dem Frühstück – durch das sogenannte Ölziehen entfernen. Das Ölziehen mit Kokosöl ist erwiesenermassen nicht nur preiswerter und umweltschonender, sondern sogar effektiver als der zahnmedizinische Goldstandard Chlorhexidin. Man kann aber auch Sesam- oder

Sonnenblumenöl für das Ölziehen verwenden. Es reinigt nicht nur die Zähne, sondern lindert auch Zahnfleischentzündungen, reduziert Kariesbakterien, verbessert die Mundflora,

hemmt die Belagbildung und leitet Giftstoffe aus. Es pflegt auch Zunge und Wangenschleimhaut. Zudem werden Speichel- und Lymphfluss angeregt und das Blut gereinigt. So geht‘s: 1 bis 2 TL Öl in den Mund nehmen und schlürfend durch die Zahnzwischenräume ziehen. Optimal ist eine Anwendungszeit

von 20 Minuten. Aber besser kürzer als gar nicht. Dann die entstandene Emulsion in die Mülltonne

spucken. Keinesfalls schlucken (wegen der Toxine) oder ins Waschbecken spucken, da das Öl mit der Zeit den Abfluss verstopfen kann. Abschliessend den Mund gründlich mit Wasser ausspülen und die Zähne mit Zahnpasta putzen.



«Das Zahnputzholz Miswak, hat antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften.»


Wer mit dem Ölziehen beginnt, bei dem bildet sich häufig viel Schleim in den Nasennebenhöhlen und/oder im Rachen. Dies, weil der Körper Gifte ausscheiden möchte. Viele haben dann das Bedürfnis, das Öl rasch wieder auszuspucken. Das ist auch gut so: Spucken Sie es aus und machen Sie mit frischem Öl weiter, bis die ca. 20 Minuten Gesamtzeit erreicht sind. Wenn das Öl häufiger gewechselt wird, gerade zu Beginn, können auch mehr Gifte ausgeleitet werden. Eine sinnvolle Ergänzung zum Ölziehen ist die Zungenreinigung. Eine langlebige Alternative zu einem Plastikschaber sind Zungenschaber aus Edelstahl.


Aufhellung – Bleaching oder Whitening


Zähne werden im Laufe der Jahre dunkler, denn der Zahnschmelz baut sich ab und das darunter liegende, gelbliche Zahnbein (Dentin) schimmert immer stärker durch. Das Mass für die abtragende Wirkung der Putzkörper wird mit RDA («Relative Dentin Abrasion») angegeben. Empfohlen wird ein RDA-Wert zwischen 70 und 150, der auch von konventionellen Whitening-Zahnpasten nicht überschritten wird.


Gesundheitshinweis: Auf die vielbeschworenen Hausmittel Aktivkohle, Natron, Backpulver und Zitronensaft zur Aufhellung der Zähne sollte man besser verzichten – sie sind zu aggressiv und können den Zahnschmelz schädigen.


Ernährung, die die Zähne stärkt


Was wir essen und trinken hat einen entscheidenden Einfluss auf ein gesundes Gebiss und die Mundflora. Zahnärzte raten zu «kauaktivem» Essen. Knackiges Gemüse wie Karotten und Kohlrabi sind ideal, ebenso zuckerarmes Obst wie Äpfel. Zitrusfrüchte hingegen enthalten viel Säure, die den Zähnen schaden kann. Deshalb sollte man nach ihrem Verzehr mit einem Glas Wasser nachspülen und mit dem Zähneputzen minestens eine halbe Stunde abwarten.


Zuckerfreier Kaugummi regt die Speichelproduktion an, was die Zähne spült. Brokkoli liefert den Zähnen wichtiges Kalzium. Bestimmte Inhalte in Schwarz- und Grüntee können Karies entgegenwirken. Essenspausen zwischen den Mahlzeiten beugen einer Übersäuerung im Mund vor. Und vermeiden Sie Fertiggerichte und Softdrinks. Viele von ihnen enthalten viel Zucker, der sich hinter einer Vielzahl von Begriffen versteckt, wie etwa Glucose, Saccharose, Dextose, Fructose, Sirup oder Honig. In vielen zuckerfreien Softdrinks steckt Zitronensäure, die den Zahnschmelz angreift. Für Säfte und Smoothies gilt: höchstens einmal am Tag geniessen. Gesunde Getränke sind Wasser und ungesüsste Tees. Schwarz- und Grüntee können zwar mit der Zeit dunkle Belage auf den Zähnen verursachen; bestimmte Inhaltsstoffe

wirken aber Karies entgegen.


Wenn jeder Biss schmerzt


Knirscht oder knackt der Kiefer, ist das Kauen eine Qual und sind Nacken und Schultern verspannt, können dies Anzeichen für eine Kiefergelenkarthrose sein. Ursache für den Knorpelabbau im Kiefergelenk sind Fehlbelastungen durch Zahnfehlstellungen oder schlecht sitzenden Zahnersatz. Folglich stimmt der sogenannte «Biss» nicht mehr: Die Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers treffen nicht korrekt aufeinander. Sollten Sie obgenannte Symptome haben, ist eine Zahnarztkonsultation ratsam. Was Sie selbst tun können sind Massagen im Nackenbereich und Schulterkreisen. Wieso das hilft? Weil unser Kauapparat über Muskeln mit Nacken und Schultern verbunden ist.



Anregend | Kurkuma wirkt durchblutungsfördernd und sorgt für eine gesunde Mundflora.

 


Zahnfreundliche Gewürze


Die aus Indien stammende Heilpflanze Kurkuma wirkt keimneutralisierend und abschwellend; sie regt die

Zahnfleischdurchblutung an und fördert allgemein eine gesunde Mundflora. Anwendung: Kauen Sie einige Minuten auf einer rohen Kurkumawurzel. Alternative: Kurkumapulver mit Wasser und Kokosöl mischen und mit dieser Paste die Zähne putzen.


Auch Salbei ist überaus gesund und hellt ausserdem die Zähne natürlich und sanft auf. Möglichst nach jeder Mahlzeit ein oder zwei Blätter gut zerkauen. Zusätzlich können Sie Salbei zum Putzen der Zähne benutzen: dazu mit einem Blatt mit leichtem Druck über die Innen- und Aussenseiten der Zähne reiben.


Wem weder Kurkuma noch Salbei zusagt, kann zu Nelkenöl greifen. Geben Sie einfach einige Tropfen davon zur Zahnpasta. Sie können Ihre Zähne auch mit unverdünntem Nelkenöl einreiben. Dabei aber unbedingt niedrig dosieren, denn Nelkenöl kann das Zahnfleisch reizen und unter Umständen Allergien auslösen.



Die natürliche Zahnheilkunde empfiehlt zudem das Indische Basilikum (Tulsi) als sanftes Hausmittel gegen Zahnfleischerkrankungen, Zahnfleischschwund, aber auch zur Zahnaufhellung. Wie beim Salbei kann man jeden Tag zwei bis drei Blätter minutenlang kauen. Der Aufhelleffekt lässt sich mit getrocknetem Tulsikraut noch verstärken.




Kategorie: Essen


Heilfasten ist gesund und dient der spirituellen -Entwicklung. Doch was passiert beim Fasten? Und was muss man beachten, damit der Essensverzicht nicht gefährlich wird? Denn dies sei einem bewusst: Ganz ohne ist Fasten nicht.



Heilfasten ist ein uraltes Verfahren nicht nur zur spirituellen Entwicklung, sondern vor allem auch zur Gesundheitspflege. Forschungen der letzten zwanzig Jahre zeigen, warum Fasten funktioniert, was dabei passiert und wie die «richtige» Art des gesundheitspflegenden Fastens aussehen sollte. Am beeindruckendsten ist wohl die Einsicht, dass der «zeitlich begrenzte, freiwillige Nahrungsverzicht» der wohl wichtigste «Jungbrunnen» ist, der das Leben auf gesunde und natürliche Weise verlängern hilft.

Menschen und viele Tiere können ohne Schaden kürzer oder länger ohne Nahrung auskommen, also fasten. Diese vererbte, natürliche Fähigkeit hat sich während der Evolution als Anpassung an Nahrungsmangel-Phasen entwickelt. Das «Fasten-Programm» wird aktiviert, wenn der Nachschub von Energie und Nährstoffen (Ausnahme Wasser) deutlich verringert ist. Diese Stoffwechsel-Umschaltung auf «Sparflamme» erfolgt ohne jede Gefahr für Leib, Leben oder Gesundheit. Im Gegenteil: Sind wir im Fastenmodus, steigern sich viele unserer Fähigkeiten: Wir werden wacher, aufmerksamer, empfindsamer, leistungs- oder ausdauerfähiger. Der biologische Sinn ist offensichtlich: Um Nahrungsmangel zu besiegen, müssen wir besser funktionieren als sonst. Andernfalls droht der Tod durch Verhungern.


Das Fett schmilzt

Wie lange gesunde Erwachsene fasten, ist sehr unterschiedlich. Beim alleinigen heimischen Fasten dauert dieses etwa zwischen einem und sieben Tagen; bei ge-übten Fastern länger. Beim Fasten unter ärztlicher Begleitung in einer Kureinrichtung kann es 7, 14, ja sogar bis zu 21 Tage dauern. Es gibt gut belegte Fallgeschichten, bei denen Menschen 40 Tage und länger gefastet und dies gesund überstanden haben. Aber Achtung: Solch extrem lange Fastenzeiten können gefährlich sein! Und: Menschen mit akuten und chronischen Erkrankungen sollten grundsätzlich nur ärztlich begleitet fasten!

Eine moderne, bedenkenlose Form des Fasten ist das Kurzzeitfasten, auch als Intervallfasten bekannt. Dabei wird ein- bis zweimal pro Woche für jeweils einen Tag gefastet – dies aber über Wochen und Monate, ja Jahre hinweg. Doch was passiert da mit uns, beim Fasten?

Normalerweise gewinnt unser Stoffwechsel seine lebensnotwendige Energie primär aus Glukose («Zucker», Kohlenhydrate). Beim Fasten versiegt diese Energiequelle und der Körper nutzt zunehmend die im Fettgewebe gespeicherte Energie. Dieser alternative Stoffwechselzustand wird «Ketose» genannt. Die Ketose beginnt beim gesunden Erwachsenen unter idealen Bedingungen etwa 16 Stunden nach Fastenbeginn. Ideal bedeutet, dass der Darm leer ist und keine Kohlenhydrate mehr liefern kann.

Beim Heilfasten wird dieser Zustand durch intensive Darmentleerung erreicht. Die Fastenlehrer der Neuzeit (u. a. Dr. Guillaume Guelpa und Dr. Otto Buchinger) haben dafür vor allem das Abführmittel Glaubersalz (Natriumsulfat, Karlsbader Salz) verwendet. Nach dem Trinken von ein bis zwei Litern einer wässrigen Glaubersalzlösung kommt es nach wenigen Stunden zu einer stark abführenden Wirkung, manchmal auch schneller. Dies wird beim Fasten in Kureinrichtungen oft noch durch Darmeinläufe, Bauchmassagen oder das Trinken kleiner Mengen Glaubersalzlösung während der Fastenkur ergänzt.



 

Freiheit statt Versklavung

«Ich kann keinen einzigen Tag ohne Essen leben, mich quält sonst ein schrecklicher Hunger!» ist ein häufiger Einwand gegen das Fasten. Das, was da quält, ist jedoch kein Hunger. Den kennen wir in der westlichen Welt fast überhaupt nicht mehr. Was da quält, ist Appetit gepaart mit tiefsitzenden -Essens-Gewohnheiten und Angst vor dem Unbekannten – nämlich der Freiheit, die uns das Fasten schenkt. Der Antirauchen-Papst Allen Carr sagte: «Die Sklaverei gegen diese Freiheit einzutauschen, ist ein so freudiges Gefühl, wie wenn Sie eine Welt voll schwarzer Schatten hinter sich lassen und in die Sonne hinaustreten.»

 


Abführen ist nicht zwingend nötig

Die alten Fastenärzte glaubten, dass die intensive Darmreinigung («Entschlackung») Ursache der Umschaltung auf Ketose sei. Das ist jedoch nicht richtig. Das kräftige Abführen beim Heilfasten ist nur dann wichtig, wenn zusätzlich zum Fasten auch Entgiftung oder Entschlackung des Organismus angestrebt wird. Die Umschaltung auf Ketose tritt ansonsten bereits nach eintä-gigem Fasten auf, ganz ohne jedes künstliche Abführen. Das ist doch beruhigend. Denn diese moderne Einsicht bedeutet: Mit dem wohl wichtigsten bekannten Präventions- und Therapieverfahren überhaupt ist auch eine einfache und wirksam Selbstbehandlung zu Hause möglich.

Das stationäre Heilfasten hat aber selbstverständlich seine Berechtigung. Es gibt viele gute medizi-nische gesundheitliche Gründe, zur Kur zu gehen, -alleine schon wegen all der anderen gesund- heitsfördernden Massnahmen, die es dort gibt: das geistig-seelische Rahmenprogramm, der Gesundheitspflege-Kurs oder einfach wegen der -Natur oder der sozialen Kontakte mit gesundheitsinteressierten Gleichgesinnten.

Doch auch das Fasten in heimischer Umgebung hat seine Vorteile: Es ist einfach umzusetzen und ex- trem kostengünstig; und es motiviert, gesunde Änderungen des Lebensstils umzusetzen (Ernährung, Schlafgewohnheiten, Sport usw.).

Das Heilfasten ist ein höchst persönliches Ereignis. Denn jeder Mensch erlebt diese Zeit anders. Mitunter zeigen sich seelisch-geistige «Krisen», die je nach Anlage, Leiden und Schicksal zum Teil hohe Ansprüche an den Betreffenden stellen und besonders angesprochen werden wollen. Entsprechend sollte jedes Heilfasten individuell gestaltet und den jeweiligen geistig-seelisch-körperlichen Bedürfnissen angepasst werden. Anfänger, die sich «Tage ohne Essen» fast nicht vorstellen können, dürfen erste Erfahrungen mit einem oder ein paar wenigen Tagen machen. Dabei stellen viele erstaunt fest, wie leicht und befreiend «Nicht-Essen» sein kann. Langjährig erfahrenen Fastern gelingt es sogar, Heilfasten in den Berufsalltag einzubinden. Doch ist dies eine besondere Herausforderung, die sehr genau überlegt und nur Erfahrenen überlassen werden sollte. Da ist das Intervall-Fasten, zwar auch eine Herausforderung, doch bedeutend einfacher umzusetzen. Für die meisten Menschen ist für das Heilfasten eine Auszeit unbedingt empfehlenswert. Denn ob nun kurz- oder langzeitig angelegt: Die Methode darf keinesfalls unterschätzt werden.



«Ziel des Heilfastens ist die körperliche, geistige und seelische Umstimmung des Menschen..»


Fasten ohne Nebenwirkungen

Heilfasten kann alleine, in Gruppen oder in Kureinrichtungen durchgeführt werden. Manche Menschen ziehen das alleinige Heilfasten vor und nutzen häusliche, bekannte Ressourcen, um so am besten den eigenen Bedürfnissen und Rhythmen nachzugehen. Bei Unsicherheiten bieten erfahrene Fastenberater oder Therapeuten tolle Angebote an. Gemeinsame Treffen in Fastengruppen etwa werden ergänzt durch tägliche Wanderungen. Die Bewegung in der Natur hilft dem gesamten Organismus, wieder ins Lot zu kommen. Zudem wird die Natur beim Fasten bewusster und intensiver erlebt, was seelisch-geistige Impulse setzen kann. Gleiches gilt für Musik. Im Gruppengespräch wiederum können eigene eingefahrene Verhaltens-, Ess- oder sonstige Gewohnheiten in den Fokus gelangen und überdacht werden – nicht zuletzt der Umgang mit (digitalen) Medien. Denn: Heilfasten kann nur dann seine tief greifende Wirkung entfalten, ähnlich wie bei religiös bedingtem Fasten, wenn die bisherige Lebensweise unterbrochen wird.

Ziel des Heilfastens ist die körperliche, geistige und seelische Umstimmung. Die Zeitdauer wird ganz nach innerlichen Bedürfnissen und Wünschen festgelegt, auch nach ärztlicher Beratung. Wichtig ist jedoch immer der eindeutige Entschluss dazu – egal ob drei oder 30 Tage gefastet wird. Hinzu kommen idealerweise zwei einleitende Obsttage und das ungemein wichtige Fastenbrechen danach. Während der Obsttage dürfen beliebige Mengen Obst gegessen werden. Getrunken wird nur Wasser. Schon hierdurch verändern sich nach 24 Stunden Gewicht, Blutdruck, Atmung und Puls. Am dritten Tag werden bei einer Heilfasten-Kur meist Abführmittel empfohlen. Drastisch wirkende Abführmittel können allerdings zu Bauchgrimmen führen. Den aufgeregten Darm kann dann Pfefferminztee beruhigen, sowie Wärme und Ruhe. Bei länger anhaltendem Heilfasten stellt sich häufig Verstopfung ein. Tägliche, warme Einläufe (alles nur Übungssache!) bieten Abhilfe und regen zudem die Stoffwechseltätigkeiten weiter an. Auch ein Glas Glaubersalzlösung tagsüber getrunken hilft gegen drohende Verstopfung, ebenso Bauchmassagen. Im Laufe von Entgiftung und Entschlackung kommt es zu vermehrtem Schwitzen und starkem Körper- oder Mundgeruch. Tägliche Duschen und intensivierte Zahn- und Zungenpflege wirken dagegen.


«Ziel des Heilfastens ist die körperliche, geistige und seelische Umstimmung des Menschen..»


Der Geist ist auf einmal hellwach

Welch heilsame und kraftvolle Veränderungen das Fasten nicht nur körperlich auslöst, zeigt sich auch an der häufigen Schlaflosigkeit (während des Fastens niemals Schlaftabletten nehmen!), die von erfahrenen Fastern aber positiv gewertet wird: Der Geist ist hellwach, schöpferische Ideen sprudeln; ebenso ist die Seelentätigkeit stark erregt. Alter Ärger, Groll, aussergewöhnliche Lebensfreude können ins Bewusstsein rücken: Meist sind es Themen, die schon lange einmal «bearbeitet» werden wollten und quasi «schichtweise» abgetragen werden. Für die Betrachtung, die Würdigung all dieser Gefühle und Gedanken braucht es Zeit, Geduld und liebevolle Selbstannahme.

Es gibt viele Fasten-Hilfsmittel aus der Naturheilkunde: Licht (Sonnenbäder) zum Beispiel, reichlich Bewegung an der frischen Luft möglichst im Grünen, ausreichender (Naturzeit-)Schlaf, bewusste, bauchbetonte Atmung. Die Haut als Teil des ausscheidenden Stoffwechsels kann sich während einer kräftigen Entgiftung verändern. Liebevolle, leichte Bürstenmassagen, warme Bäder, wechselwarme Duschen (wer es mag und verträgt), kräftiges Frottieren mit anschliessenden Einreibungen mit duftenden Heilpflanzen-Ölen (keine synthetischen Duftstoffe nehmen) sind die Mittel der Wahl.


«Getrunken wird nur Wasser. Schon hierdurch verändern sich nach 24 Stunden Gewicht, Blutdruck, Atmung und Puls.»

Das Fastenbrechen ist für viele Menschen der oft schwierigste Teil des Heilfastens. Am ersten Tag wird zum Beispiel nur ein Apfel gegessen. Langsam und pedantisch durchgekaut. Alle Geschmacksnerven sind aktiviert – und wollen mehr. Etwas Disziplin ist da schon nötig, um nun nicht all das tagelang Vermisste haltlos in sich hineinzustopfen. Ein Teller Kartoffelsuppe mit Kräutern bewusst genossen zeigt, welche Geschmacksvielfalt sich in so einem einfachen Gericht vereinigen kann. Auch beim Fastenbrechen können sich Bauchkneifen, verstärkte Darmwinde oder gelegentliche Unpässlichkeiten einstellen: Die Darmflora stellt sich so auf ein neues, gesünderes Gleichgewicht ein. //


 

Buchtipps







Raphael Schenker «Richtig fasten, gesund essen», AT Verlag 2013, ca. Fr. 24.–



















Lydia Reutter «Heilfasten nach Hildegard von Bingen», AT Verlag 2006, ca. Fr. 27.–












Fotos: istockphoto.com | zvg | mauritius-images.com

Aktualisiert: 13. Dez. 2021

Kategorie: Heilpflanze


Keine Pflanze passt so gut zum Frühlingsanfang wie das bittere Milzkraut. Es stärkt die Milz und hilft, verborgene Fähigkeiten zu erkennen und auszuleben.




Die Frühlingsgötter bringen uns die Sonne, das Licht, die Wärme und das Leben zurück. Endlich stehen der Tag und die Nacht, das Licht und die Dunkelheit, das Männliche und das Weibliche wieder in einem harmonischen Gleichgewicht zueinander. Wobei das Licht zunehmend an Kraft und Stärke gewinnt. Das Wasser im aufgetauten Boden beginnt zu fliessen, für die Bauern startet die Zeit des Aussäens und auch in der Natur spriessen die Kräuter. Die Zeit des Wachstums und der Fruchtbarkeit ist angebrochen. Die Zeit der Frühlingsgefühle, des Verliebtseins und der Zuversicht. Pessimismus und Trübsal haben nun keinen Platz mehr im Alltag.


Auf meinen Streifzügen durch den frühlingshaften Wald begegne ich an einem feuchten Standort dem eigenartig leuchtenden, grün-gelben Teppich, zu dem sich das Goldmilzkraut (Chrysosplenium alternifolium) ausbreitet. Das bodennahe Frühlingswesen, auch Wechselblättriges Milzkraut genannt, gehört zur -Familie der Steinbrechgewächse. Es liebt feuchte, wasser-, nährstoff- und humusreiche Lehmböden und blüht von März bis Mai. Das Goldmilzkraut ist eng verbunden mit den Elementen Wasser und Erde, und den damit verbundenen Elementarwesen.


Die Angst vor Gefühlen

Elementarwesen sind in der Regel nicht sichtbare, von einigen Menschen jedoch wahrnehmbare Naturenergien, die den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde zugeordnet sind. Bei der Erde sind es die Zwerge und Gnomen; beim Wasser die Nixen, Nymphen und Undinen. Das Element Wasser ist der Inbegriff des Lebensflusses und vornehmlich ein Ausdruck weiblicher Energien. Die kraftvollen, weiblichen Wasserwesen erlebe ich fast immer als anmutige, zierliche Gestalten mit bezaubernder Ausstrahlung.

Zum Wasser gehören die starken Gefühle wie zum Beispiel Liebe. Bestimmt kennst du die Geschichten der Seefahrer, die Wasserfeen, Meerjungfrauen und Sirenen begegnen. Oder die Sagen über fischähnliche Frauen, die die Gabe besitzen, mit ihrem Gesang die Menschen, vor allem die Männer, zu locken und zu betören; sie in die Tiefe zu ziehen, zu ertränken und sich deren Seelen zu bemächtigen. All das spiegelt die Angst vor dem tiefen Wasser und dem Unbekannten. Diese Wesen des Wassers beleben in uns die weiblichen Aspekte und sprechen unsere Gefühlswelt an. Wenn in den Legenden von Männern die Rede ist, die von Frauen ins Wasser und somit ins Verderben gelockt wurden, verweist dies nicht auf deren grauenvolle Absichten gegenüber Männern. Es spiegelt vielmehr die Angst, sich in Emotionen und Gefühlen zu verlieren. Dieser Teilaspekt des Milzkrauts kann sich wunderbar ergänzend zu den Themen der Eberesche auswirken (siehe «natürlich» 10-19).


Jetzt die Milz stärken

Das Milzkraut gehört zu den Boten des Frühlings und trägt dessen Kraft mitten in unser Herz, sodass sich Lebenslust, Frühlingsgefühle, Vertrauen und Mut breit machen. Die herz- respektive nierenförmigen Blätter, die gelben Blüten und die sehr einfache, fast unscheinbare Blütenausprägung sowie der bittere Geschmack weisen auf die Organe Milz, Leber und Galle hin. Man erkennt auch einen Bezug zu den Nieren, zum Blut sowie zur Verdauung und Lunge. Daher verwende ich das Kraut im Frühling als belebendes, entgiftendes, wassertreibendes Pflanzenheilmittel. Es hilft auch bei Nierenleiden, Blasenkatarrhen und Viruserkrankungen.

Die Milz ist unser grösstes lymphatisches Organ. Ich bezeichne sie als Gral des Lebens, weil sie so lebensbejahend daherkommt: Die Milz ist das Aufnahmeorgan für die Lebensenergie und verteilt diese über die Lymphflüssigkeit im ganzen Körper. Sie dient als Blutfilter und beseitigt alte, verformte oder beschädigte rote Blutkörperchen. Eine gesunde Milz steigert in hohem Masse das Immunsystem und macht es widerstandsfähig gegenüber Viren und Tumorzellen. Bei einer geschwächten Milzfunktion kommt es oft zu Sauerstoffmangelerscheinungen und Anzeichen einer Blutarmut. Die Betroffenen fühlen sich energielos, kalt und ohne Reserve. Auch für das Verdauen von Emotionen ist die Milz zuständig. In diesem Organ sitzen die gute Laune und die Melancholie. Während Lebensfreude die Milz stärkt, können bittere Zustände des Herzens und negative Gedanken die Milz in ihrer Funktion schwächen oder sogar schädigen.

Nach der Blütezeit können wir eine einzigartige Wandlung der einfachen Blüten mitverfolgen, die Bildung des Grals: Die Blüten verwandeln sich in einen Kelch aus offenen Schalen, in deren Mitte sich die Samen befinden. In dieser Symbolik erkenne ich das Zeichen der Gebärmutter. Bei Regen werden die Samen von den herabfallenden Lebenstropfen befruchtet und später aus dem Kelch in die Luft geschleudert. Auf dem fruchtbaren Boden bilden sie dann eine neue Pflanze. Das Gralskraut ist im Frühling nur kurze Zeit sichtbar, bevor es sich wieder ins Erdreich zurückzieht. Es reichert sich in dieser kurzen Zeit mit genügend kosmischer Lebensenergie an, die es in den Wurzeln und den Rhizomhärchen zu speichern vermag. Neben der entgiftenden Wirkung harmonisiert das Milzkraut das Energiezentrum im Beckenraum, das sogenannte Wurzel- oder Sexualchakra. Es ist der Sitz des Ursprungs, der Gefühle und Emotionen und der Lebenslust. Auch die göttliche Schaffenskraft und die Kreativität entspringen dem Beckenraum. Das Milzkraut lässt diese Energien besser fliessen und verbindet energetisch das Herz mit dem Unterleib. Im Kontakt mit dem Wesen des Milzkrauts eröffnet sich mir ein Tor zu meinen verborgenen Schätzen und Fähigkeiten. Daher verwende ich das Milzkraut, um Fähigkeiten zu fördern, die in mir schlummern und ausgelebt werden möchten.


Frühlingstrank aus Milzkrautpulver

Zu hoch dosiert kann das Milzkraut Sodbrennen auslösen. Das Kraut ist jedoch derart bitter, dass kaum Gefahr der Überdosierung besteht. Man nimmt das Milzkraut vorzugsweise als verriebene Pulvermischung ein. Für dessen Herstellung benötigen wir zehn Gramm Birkenzucker (Xylit) und drei bis fünf frische Blütenköpfchen. Das Xylit wird im Mörser zu einem feinen Pulver gerieben. Dann geben wir die frischen Blütenköpfchen dazu und verreiben diese mit dem Xylitpulver. Mit dieser Mischung können wir diverse Getränke verfeinern. Die Menge reicht für zwei Liter Flüssigkeit und ist für den Sofortverzehr gedacht. Im Frühling, während der kurzen Blütezeit des Milzkrauts, kann man dieses Getränk vier Wochen lang täglich einnehmen. Am besten bereitet man es jeden Tag frisch zu. Man kann aber auch grössere Mengen pulverisieren und einfrieren. Auf diese Weise bleiben Wildpflanzen lange frisch. Es lohnt sich, während der Einnahmedauer den inneren Fokus auf seine Lebenswünsche zu richten. Dadurch verstärkt sich die Kraft des Milzkrauts und die Pläne lassen sich leichter umsetzen. //


 














Nur in kleinen Mengen geniessen


Unsere beiden heimischen Milzkräuter (Wechsel-blättriges und Gegenblättriges Milzkraut) sind leicht giftig. Sie haben, je nach Standort und Besonnung, milde oder auch recht bittere, fleischige Blätter. Fein geschnitten -können sie in kleinen Mengen Salaten beigegeben werden oder man verwendet sie zusammen mit anderen Kräutern als Füllung für Teigtaschen oder als Würzbeigabe in Quark etc.


Die Ärzte des Mittelalters verwendeten die Milzkräuter -wegen ihrer milzförmigen Blätter nach der Signaturlehre bei Erkrankungen der Milz. Jedoch wurde bis heute kein wirk-samer Stoff gefunden, der bei Milzbeschwerden angezeigt wäre. Die Homöopathie und anthroposophische Medizin nutzt das Wechselblätterige Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) zur Blutbildung und bei Leukämie sowie als Entgiftungsmittel, das bei der Ausleitung von Schwer-metallen (Amalgam) hilfreich sein kann.


Das bei uns häufige Wechselblättrige Milzkraut wird auch Butterblume, Eierkraut, Goldmilz oder Goldveilchen -genannt. Man findet es vor allem in feuchten Laubwäldern, wo viele kleine Quellen entspringen. Es hat einen drei-kantigen Stängel; seine wechselständigen, tief gekerbten Laubblätter erinnern ein wenig an die Blätter des Gundermanns. Beim sehr ähnlichen Gegenblättrigen Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium) stehen die Laubblätter immer direkt gegenüber, sie sind also gegenständig angeordnet.


 

Steven Wolf hat schon als Kind von seiner -Grossmutter altes Pflanzenwissen gelernt und weiss um die Kraft der Natur mit all ihren sichtbaren und unsichtbaren Wesen. Er lebt im Jurtendorf in Luthernbad, wo er zusammen mit seiner Partnerin ganzheitliche Pflanzenkurse für interessierte Menschen durchführt. www.pflanzechreis.ch






Fotos: zvg | istockphoto.com

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